Proteste für Klimagerechtigkeit anlässlich der UN-Zwischenverhandlungen im Juni

Vom 31. Mai bis 11. Juni 2010 werden die nächsten Zwischenverhandlungen des UN-Klimaregimes im Maritim Hotel in Bonn stattfinden. Das regionale Bündnis „Klimawelle — Aktion für Klimaverantwortung und Klimagerechtigkeit“ ruft deshalb zu Protesten in der ersten Juniwoche in der ehemaligen Bundeshauptstadt auf. Das eröffnet die Chance, die in Kopenhagen erstmals auf einer globalen Ebene sichtbar gewordene Klimagerechtigkeitsbewegung weiter zu entfalten.

Nachdem der Gipfel von Kopenhagen im letzten Dezember grandios gescheitert ist, versuchen nun westliche Staaten den fragwürdigen „Copenhagen Accord“ als Verhandlungsgrundlage für ein mögliches neues Abkommen bei der nächsten Conference of the Parties (COP) Ende 2010 im mexikanischen Cancun durchzusetzen. Weniger denn je sind von der UN-Klimapolitik wirkliche Lösungen für das Klimachaos zu erwarten.

Aus diesem Grund konzentrieren sich emanzipatorische Klimagruppen in Deutschland und in anderen Ländern darauf, Klimagerechtigkeit in lokalen Auseinandersetzungen zu erkämpfen. Es geht darum die Klimafrage nicht Staat und Kapital zu überlassen, sondern in gesellschaftlichen Konflikten deren falschen Lösungen (wie Emissionshandel, Atomkraftwerken oder Agrotreibstoffen) Widerstand entgegen zu setzen.

Die wahren Ursachen des Klimawandels liegen in der kapitalistischen Produktions- und Konsumtionsweise, die Naturzerstörung und ein scheinbar endloses Wachstum erzwingen. Dagegen gilt es zunächst in den eigenen
Städten und Regionen die globale Forderung nach Klimagerechtigkeit konkret zu machen und echte Lösungen durchzusetzen: Energiedemokratie, Ernährungssouveränität, kostenlosen öffentlichen Nahverkehr u.v.m.

Das Bonner UN-Treffen bietet eine gute Gelegenheit, diese Kämpfe sichtbar zu machen, sie zusammenzuführen und die Kritik an der herrschenden Klimapolitik fortzusetzen. Der Ball, der in Kopenhagen
aufgenommen wurde, kann dort weitergespielt werden. Statt an die Delegierten zu appellieren, wollen wir den Verhandlungszirkus mit unseren Alternativen konfrontieren. Klimaschutz ist Handarbeit!

Für die Klimabewegung ergibt sich in Bonn die Möglichkeit, sich zu vernetzen, das Konzept der Klimagerechtigkeit weiter auszubuchstabieren und den antikapitalistischen Kern der neuen Bewegung deutlich zu machen.
Insbesondere möchten wir euch einladen zu:

- den geplanten Vernetzungstreffen von Climate Justice Action und des Klima!Bewegungsnetzwerkes

- den Diskussionen bei dem Klimaforum und auf dem Camp

- einigen ungehorsamen Aktionen in der Tradition von Kopenhagen

- dem „System Change Not Climate Change“-Block auf der Demonstration

Kommt nach Bonn und mischt in den Protesten mit!

Einige Antikapitalist_innen aus der Klimawelle

(Die Klimawelle ist ein heterogenes Bündnis vor allem aus regionalen bzw. lokalen Gruppen und Einzelpersonen, das deutlich machen will, dass die Menschen Klimagerechtigkeit selbst in die Hand nehmen müssen. Geplant sind ein Klimacamp, verschiedene Aktionen, ein Klimaforum (v.a. von Attac und BUND) und eine Demo am 5. Juni.)

Wir erklären uns solidarisch mit dem Karawane-Festival 2010 In Erinnerung an die Toten der Festung Europa 4. bis 6. Juni 2010 in Jena von der „Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen“ und „The VOICE Refugee Forum“

Die wichtigsten Events:

29. Mai bis 6. Juni
Klimacamp (in Bonn Messdorf)
Movement-Building for climate justice

29. Mai
Dezentraler Aktionstag
Ein Straßentheater gegen den Emissionshandel

29. und 30. Juni
Treffen von Climate Justice Action (im Klimacamp)

3. Juni
Critical Mass/Fahrraddemo (15:30, ab Alter Zoll in Bonn)
Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr!

3. Juni
Treffen des Klima!Bewegungsnetzwerkes (im Klimacamp)

3. und 4. Juni
Klimaforum (Rheinisches Landesmuseum in Bonn)
Wie weiter im Klimaschutz? Klimagerechtigkeit konkret!
(von Attac, BUND und Klimawelle)

5. Juni
Demo (13 Uhr, ab Kaiserplatz Bonn)
Demonstration für Klimaverantwortung und Klimagerechtigkeit
Mit „Sytem Change Not Climate Change“-Block

Infos von der Klimawelle:
Website und Mitfahrbörse: www.klimawelle.de
E-Mail: info [at ]klimawelle.de
Newsletter: newsletter [at] klimawelle.de

Spendenaufruf:
Die Klimawelle ist dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
Spenden könnt ihr auf folgendes Konto:

Empfänger (Kontoinhaber): Trägerverein Gerechter Welthandel
Bank: GLS Bank
Kontonummer: 6010 724 800
Bankleitzahl: 430 609 67