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Aufruf – Connecting Movements Camp 18.-29.8.17

Aufruf – Connecting Movements Camp 18.-29.8.17

1. Connecting Movements Camp 2017 im Rheinland

Vom 18. bis 29. August bringt das Connecting Movements (CoMo) Camp im Rheinland Menschen verschiedener sozialer Kämpfe und Bewegungen zusammen, um neue Perspektiven emanzipatorischer Politik zu entwickeln. Oft kämpfen wir mit unterschiedlichen Schwerpunkten – Klimagerechtigkeit, Bewegungsfreiheit und Bleiberecht, Queerfeminismus oder Ernähungssouveränität – an unterschiedlichen Orten und es bleibt wenig Zeit für Austausch.

Doch je verschiedener unsere Hintergründe, desto mehr können wir voneinander lernen! Wir wollen über Fragen, Utopien und Strategien verschiedener Kämpfe und Spektren diskutieren. Das CoMo-Camp eröffnet einen Raum für Vernetzung und Reflexion um uns für gemeinsame Aktionen zu bestärken und ein Weiterkommen sozialer Bewegungen zu ermöglichen!

2. Open Spaces

Wir wollen auf dem CoMo-Camp vor allem in Open Space-Formaten arbeiten, um möglichst hierarchiefreien Austausch jenseits von Expert*innenrollen zu ermöglichen.

Diskussionsthemen oder Workshops können von allen vorgeschlagen und selbstorganisiert durchgeführt werden. In der Tagesstruktur sind zwei Open-Space-Zeiten vorgesehen und unter freiem Himmel und in Workshopzelten gibt es Raum für eure Angebote.

Daneben gibt es ein Infozelt, ein Teezelt, eine Küche, sanitäre Strukturen und Rückzugsräume. Das Politische soll nicht nur in Form von Theorien, Fakten oder Aktionen gesehen werden, sondern ebenso beim gemütlichen Zusammensitzen, Kunst, Kultur und gemeinsamer Care-Arbeit. Anregungen zu Themen und Angeboten – von Workshops, Vorträgen, Vernetzungstreffen über Kino, Konzerte und Theater – könnt ihr uns auch im voraus mitteilen: mailto:connecting-movements-camp@riseup.net

3. Warum das Ganze?

Die Herrschaftssysteme und Unterdrückungsmechanismen, die zu menschenenverachtender Abschiebepolitik, sexistischen Übergriffen gegenüber Frauen* oder Marginalisierung von Kleinbäuer*innen führen, sind stark miteinander verwoben. Der Klimawandel ist nicht zu stoppen mit einer patriarchalen, kapitalistischen, rassistischen Gesellschaftsform, die auf Ausbeutung, Konkurrenzzwang und Unterdrückung von Menschen beruht.

Es braucht Alternativen eines Zusammenlebens auf Basis von Freiheit, Selbstbestimmung, Ernährungssouveränität und Solidarität. Diese können wir am besten gemeinsam entwickeln!

Es gilt, auch unsere eigene Arbeit kritisch zu betrachten. Kapitalistische Werte, patriarchale Normen und ansozialisierten Rollen sitzen teilweise sehr tief – wie stark reproduzieren wir all dies in unserem Alltag und unserer politischen Praxis? Wir wollen nicht immer nur von Solidarität reden, sondern versuchen sie praktisch werden zu lassen und gemeinsam einen möglichst barrierearmen Ort gestalten. Dafür brauchen wir uns alle!

4. Warum im Rheinland?

Das Connecting-Movements-Camp wird neben und in Zusammenarbeit mit dem Klimacamp im Rheinland organisiert. Im größten Braunkohlerevier Deutschlands werden täglich tausende Tonnen CO 2 ausgestoßen, Dörfer abgebaggert und die Kohlearbeiter*innen einer ungewissen Zukunft überlassen. Mit den Klimacamps wächst jedoch seit Jahren der Widerstand! Soziale und ökologische Fragen werden zusammen gedacht und dem kapitalistischen System Alternativen entgegengesetzt. 2015/16 wurden in thematischen Barrios bereits Themen um Antirassismus, Queerfeminismus und Landwirtschaft diskutiert.

Hier möchten wir anknüpfen. Wir möchten im Rheinland über mehr als nur Klima reden, weitere emanzipatorische Bewegungen an diesen symbolischen Ort einladen und solidarisch kämpfen, leben, lernen!

5. Kurzinfos

Connecting Movements Camp: 18.-29. August 2017 18. – 23. August: Bildung und Vernetzung 24. – 29. August: Aktionstage im Rheinland

Der genaue Ort des CoMo- und Klimacamps wird kurz vor dem Camp auf der Homepage bekannt gegeben.

http://www.klimacamp-im-rheinland.de/CoMo

Die Vorbereitungsgruppe ist offen für alle Interessierten! Schreibt uns einfach an: mailto: connecting-movements-camp@riseup.net

englishversion

1. Connecting Movements Camp 2017 in Rhineland

Between the 18th and 29th the Connecting Movements (CoMo) Camp in the Rhineland is connecting people engaged in different social movements and struggles, to develop new perspectives of an emancipatory politic. Very often we are fighting with different focuses – climate justice, freedom of movements and right to stay, (queer-)feminism or food sovereignty – in various places and there is little time left for exchange.

But the more diverse our backgrounds are, the more we can learn from each other! We want to discuss about questions, utopias and strategies of different struggles. The CoMo-Camp will open a space for networking and reflection, to empower us for collective actions and to enable a progress of social movements!

2. Open Spaces

At the CoMo-Camp we want to work especially with open space-formats to enable a non-hierarchical exchange beyond the role of experts. Topics of discussion or workshops can be proposed by everybody and conducted in self-organization. In the daily structure two open space slots are included and in open air or in workshop tents there is space for your proposals.

There is also an information tent, a tea tent, a kitchen, medical structure and places of retreat. The political must not just be seen in the form of content, theory, facts or political actions, but also takes place when we sit in cozy corners, art, theater and common care-work. Suggestions about topics and proposals – from workshop, lectures, networking to movies, concerts and theater – you are very welcome to tell us in advance: mailto:connecting-movements-camp@riseup.net

And why the whole thing?

Climate change, landgrabbing, inhuman deportation policies, sexist harassment of women* are just of few points of sad everyday lives. They are all related to certain systems of oppression and hierarchies that are intricately entwined. Climate change and its social and ecological consequences cannot be solved in a patriarchal, capitalist, racist… society that is based on exploitation, forced competition, oppression and marginalization of people.

There is a need of alternative forms of living together which is based on freedom, self-determination, food sovereignty and solidarity. The best way to develop these is together!

Also, we ourselves are not free of oppressive behaviors and ways of thinking. Capitalist values, patriarchal norms and socialized roles are partially deeply rooted – how strong are we reproducing these norms in our daily life and our political practice? After all we do not only want to talk about solidarity, but we want to try to make it practical and create a barrier-poor space together. For that we need all of us!

4. Why in the Rhineland?

The Connecting-Movements-Camp will be organized in collaboration and next to the climate camp. Thousand tons of CO 2 are emitted daily in the biggest brown coal area in Germany. Villages are devastated and the coal miners are left with an unknown future. But with the climate camp the resistance is growing since years! Social and economic questions are brought together and alternatives are opposed to the capitalist system. In 2015/16 topics around anti-racism, queerfeminism and agriculture were discussed in thematic barrios.

Here we want to tie up. We want to discuss topics around and abroad climate in the Rhineland, invite more emancipatory movements to this symbolic place and fight, live and learn in solidarity!

5: Short info

Connecting Movements Camp: 18.-29. August 2017 18. – 23. August: eduction and networking 24. – 29. August: days of action in the Rhineland

The exact place of the CoMo and the climate Camp will be announced shortly before the camp starts at the homepage

http://www.klimacamp-im-rheinland.de/CoMo

The preparation team is open for all people interested! Write us an email to: mailto:connecting-movements-camp@riseup.net

Klimacamp in Tschechien erfolgreich – aber mit hartem Polizeieinsatz

Vom 21.bis 25.6.fand in Nordböhmen in der Braunkohletagebauregion rund um die Stadt Most das erste größere Klimacamp am Rande des Dorfes Horní Jiřetín statt.

In Nordböhmen wird seit dem 15. Jahrhundert Braunkohle gefördert. Die ganze Region ist beherrscht von großen Tagebauminen, Kraftwerken mit riesigen Kühltürmen, Stromleitungen und weitverzweigten Chemiefabriken. Die Braunkohle hat aus dieser lieblichen Vulkanlandschaft im 20. Jahrhundert eine Mondlandschaft mit riesige Erdlöchern und Brachen gemacht. Das heute bei uns vergessene Waldsterben aus den 70 er Jahren auf den Kammlagen des Erzgebirges und dem massenhaften Krupphusten bei Kindern infolge der Luftverschmutzung ist hingegen in der örtlichen Bevölkerung immer noch präsent. Viele von der Abbaggerung bedrohte Dörfer wie Horni Jiřetín sind für eine baldige Beendigung der Kohleförderung. Zwar hat die tschechische Regierung vor zwei Jahren zugesichert, dass keine weiteren Dörfer abgebaggert werden, sich jedoch ein Hintertürchen offen gehalten, um den Betrieb der zahlreichen Kohlekraftwerke auch über 2022 hinaus zu sichern. Tschchien ist hochgradig von diesen Braunkohlekraftwerken abhängig. So werden z.B. nahezu zwei Drittel der tschechischen Häusern per Fernheizung durch die Abwärme der Kohlekraftwerke versorgt. Die Regierung hat aber bis heute keinen Plan, wie diese Häuser nach dem Ende des Tagebaus mit Wärme versorgt werden sollen und wo der Strom für die Industrie herkommt.

Das ist in aller Kürze die Ausgangslage für die junge Klimabewegung in Tschechien. Das Camp war hervorragend organisiert, mit einem Legalteam, guter Küche, grossem Plenumszelt etc. Der Aktionstag war der Samstag, an dem parallel in Amsterdam der Kohleimporthafen von Klima-Aktivistinnen blockiert wurde. Zunächst zogen die 300 Aktivistinnen zu einem für 2 Tage stillgelegten Tagebau an der Dorfgrenze von Horni Jiřetín. Danach gings in bereitgestellte Busse, um zu einem 20 km entfernten Tagebau bei Bilina zu fahren. Am frühen Morgen hatten schon 15 Aktivistinnen ein grosses Förderband im Tagebau stillgelegt. Der Plan war, unterwegs an einem Aussichtspunkt anzuhalten und schnell die Busse zu verlassen und in den nur 100 m entfernten Tagebau einzudringen. 120 weisse Overalls überquerten im Laufschritt die Strasse, rutschten eine Böschung runter und verschwanden in der Grube. Die uns begleitenden Bullen blieben in ihren Fahrzeugen hocken und wir konnten ungehindert den 5 km langen Marsch durch den riesigen Tagebau bis auf die unterste Sohle durchführen. Unterwegs begrüßten uns die Grubenarbeiter eher durchaus freundlich, einige reichten uns später sorgar Wasser, denn es war, je tiefer wir kamen, eine Höllenhitze in der Sonne. Am untersten Punkt an einem gerade stillgelegten Bagger kamen dann die tschechischen Robocops, teilweise schwer bewaffnet mit MP’s und alle vermummt wie bei einem Antiterroreinsatz. Wir zogen uns unter den Bagger zurück. Die Bullen griffen sofort an und zerrten die ersten mit brutaler Gewalt aus unseren Ketten heraus. Die uns begleitende Presse wurde festgenommen.

Dann änderte sich die Taktik der Polizeiarmada und wir wurden in eine Wagenburg der aufgestellten Bullenfahrzeuge geführt. Es dauert mehr als 6 Stunden bis die Uniformierten alle Personalien aufgenommen hatten. Gnädigerweise bekamen wir nach 3 Stunden mal 20 Liter Wasser von den Bullen, dazwischen hatten uns einige Grubenarbeiter mit dem kostbaren Nass versorgt. Dann kam aber erst die eigentliche Tortur. Schön der Reihe nach wurden wir in Unimogbusse gepfercht, vorher aber alle mit den Händen auf dem Rücken gefesselt. Es war schon stockduster bis wir dann die Grube verlassen hatten und in einen grossen Polizeibus versetzt wurden. Immer noch gefesselt sassen wir teilweise dort noch mal vier Stunden, denn die Bullen verteilten uns auf 4-5 verschiedene Knastzellen in den nordbömischen Städten wie Teplice, Chomutov und Usti.

Im Bus liessen die mitfahrenden Robocops ihren ganzen Sadismus raus, es herrschte strenges Redeverbot, Fragen der Gefangenen, warum diese erniedrigende Behandlung, wurden mit einem Grinsen beantwortet. Irgendwer von uns fing an das alte Partisanenlied Bella Ciao zu summen und wir alle summten kräftig mit. Die Bullen glotzen irritiert und am Ende applaudierte der Busfahrer, der offenbar nicht der Polizei angehörte. Ein kleiner Punktsieg für uns. Im Laufe der Nacht und des Sonntags wurde fast alle dann entlassen, einige, die sich nicht ausweisen wollten, wurden ED-behandelt. In Usti versammelten sich 50 Leute aus dem Camp und begrüßten mit einer Sambaband die Entlassenen. Das war eine wunderschöne kleine Soliaktion aus dem Camp heraus.

Unsere tschechischen Freundinnen war am Nachmittag trotz aller Bullenprovo mit dem Aktionstags sehr zufrieden. Zum ersten mal gelang es, wenn auch nur für kurze Zeit, einen Tagebau zu besetzen. Obwohl die Arbeit in der Grube nicht unterbrochen wurde, ist das ein Erfolg. Das tschechische Fernsehen berichtete ausführlich und die widersprüchliche Politik der Regierung in Sachen Kohleausstieg und Einhaltung des Pariser Abkommens war endlich mal wieder Tagesthema.

Bericht Klimacamp im Tschechien

hier kommt ein Bericht aus Tschechien. Da mein Kurzzeitgedächtnis überfüllt ist, mit wunderschönen Momenten, wird es wohl eher ein längerer Bericht werden. Und da mein Herz gefüllt ist mit positiven Emotionen, dürft ihr euch auf eine eher blumige Sprache einstellen ;)

Ich glaube, es ist in dem Fall ausnahmsweise legitim, für alle zu sprechen und zu sagen, dass wir eine tolle und inspirierende Zeit hatten.

Was unsere tschechischen Freund*innen auf die Beine gestellt haben, war absolut beeindruckend. Das Camp lag mitten im Grünen direkt am Ortseingang von Horní Jiřetín: Wir haben in einem Birkenwäldchen gezeltet und hatten in 5-minütiger Laufweite einen Badesee. Alles, was das Klimacamper*innen-Herz begehrt war vor Ort: ein gut gefülltes Info- und Pressezelt, ein Sanizelt, oberleckeres Essen, schokoladige Obstspieße und chillige Musik präpariert von einem Bar-Kollektiv, eine großes Plenumszelt, ein Chill-Out-Zelt, Workshop-Zelte, ein Material-Bastel-Zelt, ein Legal-Team-Zelt, Solarstrom …und natürlich die allseits beliebten Komposttoiletten, sowie die Möglichkeit für eine erfrischende (nicht mal zu kalte) Dusche unter freiem Himmel. Sozusagen ein Rund-um-Wohlfühl-Paket :) Es sind bis zum Freitag noch neue Menschen angereist – dann waren wir wohl um die 300. Es war eine tolle Atmosphäre, ein Ort für Vernetzung und für neu entstehende und weiter vertiefte Freunschaften. Auch schön zu sehen, war die Unterstützung der Anwohner*innen – das Klimacamp war offiziell zu Gast in Horní Jiřetín. Der Bürgermeister führte durch den Ort und war mehrmals auf dem Klimacamp zu sehen und die Reaktionen nach den Aktionen waren durchweg positiv.

Von Samstag (ungewollt bis hinein in den Sonntag, vereinzelt sogar bis heute) hatten wir einen sehr erfolgreichen, aber auch anstrengenden Aktionstag. Auch hier waren die Vorbereitung und die Kreativität beeindruckend. Den Auftakt machte eine Demonstration, die vom Klimacamp startete, sich dann am Grubenrand entlangschlängelte und somit eine gute Möglichkeit bot, mit den Teilnehmenden eine Rote Linie zu ziehen. Besonderes Gimmick: Robocops auf Polizeipferden – mit dem Tagebau in ihrem Rücken sahen sie aus wie die Schutzstaffel von Mordor.

Im Anschluss sind wir zusammen in 5 Linienbusse gestiegen, um zu weiteren Kundgebungen in einer 30 Minuten entfernten Stadt zu fahren. Unterdessen verfolgte der Polizeihubschrauber einen 8-köpfigen Fahrradfinger und die Hubschrauber-Crew fragte sich wohl die ganze Zeit, wann denn endlich die angekündigte Aktion starten würde… Währenddessen wurde den Insassen der Busse erklärt, dass es Zeit ist, die Anzüge anzuziehen, um beim ungeplanten Zwischenstopp startbereit für die Aktion Zivilen Ungehorsams zu sein. Gesagt, getan: beim Halt sprangen wir aus den Bussen, liefen über eine Straße, rutschten eine Böschung hinunter und schon waren wir am Eingang zur Grube. Den Cops war es wichtig, ihre Wagen vorschriftsmäßig zu parken und scheinbar hatten sie auch ein paar ihrer (gefühlt) 500 Utensilien noch nicht angelegt, sodass sie uns nicht verfolgten. Der Überrschungsmoment war gelungen und wir wanderten singend und euphorisch in die Mine. Die Arbeiter*innen, die wir auf dem Weg in die Grube trafen, schienen zum Großteil vergnügt über die Abwechslung, winkten uns lächelnd zu und nutzten ausgiebig ihre Smartphones zur Dokumentation. Die Busse fuhren weiter zu den angemeldeten Kundgebungen und trugen so unsere Forderungen vor die Kraftwerke.

https://www.facebook.com/limityjsmemy/videos/824480677701280/

https://www.facebook.com/limityjsmemy/videos/823471617802186/

https://usti.idnes.cz/kemp-ekologove-horni-jiretin-mostecko-proti-uhli-f7o-/usti-zpravy.aspx?c=A170622_2334444_usti-zpravy_vac2

Schon am Vorabend war eine weitere Kleingruppe aufgebrochen, hatte an einem strategisch guten Ort übernachtet und ist morgens mit Leitern über die den Tagebau fast vollständig umschließende Mauer geklettert. Die Gruppe hat ein Förderband ausgeschaltet, super Fotos geschossen und versucht die Cops von der größeren Gruppe, die noch kommen würde, abzulenken.

https://www.facebook.com/limityjsmemy/photos/pcb.823467807802567/823467647802583/?type=3&theater

https://www.facebook.com/limityjsmemy/photos/pcb.823467807802567/823462934469721/?type=3&theater

https://www.facebook.com/limityjsmemy/photos/pcb.823467807802567/823456844470330/?type=3&theater

https://www.facebook.com/limityjsmemy/photos/pcb.823467807802567/823465601136121/?type=3&theater

Der große Finger schaffte es gerade noch zum Ziel: einem Bagger am tiefsten, zu Fuß zu erreichenden Punkt der Mine, bevor die Cops auch vor Ort waren. Diese waren leider nicht mehr so lethargisch wie zuvor, sondern sprangen in voller Montur aus ihren Wagen und liefen sofort auf die Menge zu. Es war gerade noch möglich, eine Sitzblockade vor dem Bagger zu errichten. Dass wir sie so richtig gereizt hatten, bekamen wir recht schnell zu spüren. Nachdem sie zuerst die Presse arbeitsunfähig gemacht hatten, indem sie sie festzsetzten und weitere Aufnahmen verboten, zogen sie den Menschen mit der Fahne aus der Menge und begannen auch direkt, die Blockade zu räumen. Es folgte stundenlanges Ausharren in der prallen Sonne, gefolgt von längerem Ausharren in Transportwägen des Minenbetreibers, ein wackliger Höllenritt aus der Mine, erneutes stundenlanges Warten auf den Abtransport im Polizeibus und dann fing der Spaß erst richtig an. Die Internationals waren in einen eigenen Bus sortiert worden und wir bekamen eine wohl 4-stündige nächtliche Rundfahrt durch Nordböhmen und das unter der Herrschaft der bis dahin schlimmsten Polizeistaffel des Tages. Wir klapperten der Reihe nach alle Polizeistationen ab, die es auf dem Weg gab und wurden in Kleingruppen auf die Wachen verteilt was für die Meisten gleichbedeutend war mit einer Nacht in einer Zelle. Das ganze zog sich über Stunden hin, manch eine*r schaffte es erst im Morgengrauen auf die Zelle.

https://www.facebook.com/pg/limityjsmemy/photos/?tab=album&album_id=823841297765218

Die Busfahrt war sehr hart und kräftezehrend und dennoch schafften wir es, durch kleine individuelle und kollektive widerständige Aktionen, die Situation erträglicher zu machen. Einer der berührendsten Momente war wohl für viele, als eine Person aufgrund des von den Cops mit Nachdruck verhängten Sprechverbots anfing, "Bella Ciao" zu summen. Der gesamte Bus stimmte ein und wurde zu einem immer lauter summenden Chor – für uns absolute Gänsehaut, ein Gefühl von tiefer Verbundenheit und auf der anderen Seite total irritierte Cops, die dem nichts entgegen zu setzen wussten.

Und wie gut es tat, an den meisten Polizeistationen, bekannte Gesichter auftauchen zu sehen! Die Menschen im Camp hatten eine unglaubliche Solistruktur geschaffen, verfolgten den Polizeibus durch die Nacht und waren auch morgens direkt wieder am Start, als wir zu den Verhörs zur "Foreigner Police" gebracht wurden (ein Shout-Out an die Menschen aus unseren Strukturen, die dabei auch am Start waren!). Auch ein solidarischer Anwalt war schon vor Ort als wir zur Foreign Police gebracht wurden. Ungefähr ab Mittag kamen wir eine* nach dem anderen* frei, wurden an den unterschiedlichen Orten durch Solikundgebungen erwartet, sofort geherzt und mit allerlei Leckereien versorgt. Viele der Strapazen waren in dem Moment verflogen.

Videos von der Solidemo in Ústí nad Labem:

https://www.facebook.com/laura.kovacsova/videos/10209703010107609/

https://www.facebook.com/limityjsmemy/videos/823865394429475/

Als wir dann noch erfuhren, dass die Aktionen es trotz massiver Behinderung der Berichterstattung und der Festnahme der Presseteams an die erste Stelle der tschechischen Nachrichten und auf einige Titelseiten geschafft hatte, waren wir mehr als froh.

Insgesamt haben die Menschen des Camps es geschafft, eine Atmosphäre zu schaffen, in der alle Arbeiten gleich bedeutend und gleich gewertschätzt waren. Die Strukturen rund um die Aktion, sowie die verschiedenen miteinander verzahnten Aktionsformen haben es ermöglicht, dass trotz harter Repression ein sehr kraftvoller und stärkender Moment entstanden ist. Auch die vielen kleinen und großen Momente der Solidarität, der gegenseitigen Unterstützung und Aufmunterung haben die letzten Tage unvergesslich gemacht. Wir haben erst nach vielen Umarmungen, oft begleitet vom Versprechen uns bald an anderer Stelle wieder zu sehen, das Camp verlassen – und mit großer Vorfreude auf das nächste Klimacamp unter dem Motto "Limity Jsme My".

Weitere tolle Fotos findet ihr hier:

https://www.facebook.com/limityjsmemy/

Und hier ein Fernsehbeitrag:

http://prima.iprima.cz/zpravodajstvi/24-6-2017-zpravy-aktiviste-vnikli-do-lomu-bilina

SAVE THE DATE: Kohle erSetzen!

Ungehorsam das Klima retten!

Menschen von JunepA und ZUGABe stecken mitten in den Vorbereitungen unseres Beitrags zu den Aktiontagen diesen August im Rheinland:

Mit einer großen Sitzblockade werden wir dort den Betrieb eines Kraftwerks stören und so zeigen, dass wir nicht tatenlos zusehen werden, wie unsere Zukunft zugunsten einer schmutzigen Energieproduktion aufs Spiel gesetzt wird! Wir planen die Aktion bewusst anschlussfähig und niedrigschwellig, um Menschen, von Blockadeinsteigerinnen bis Aktionsprofis, zu ermöglichen, mit uns gegen Kohle auf die Straße zu gehen.

Also 24.-27. August schon mal fett im Kalender markieren und weitererzählen. Wir wollen viele sein! Mehr Infos folgen in den nächsten Wochen.

Ungehorsame Grüße Menschen von Kohle erSetzen!

www.kohle-ersetzen.de http://www.kohle-ersetzen.de

Klimacamp in Tschechien 21.-25. Juni 2017

Das erste Klimacamp in Tschechien wird vom 21.-25. Juni in der Nähe von
Horní Jiřetín stattfinden, in den Ausläufern des Erzgebirges sehr nahe
der deutschen Grenze.

In diesem Braunkohlerevier wurden in den letzten Jahrzehnten nicht nur
Dörfer, sondern ganze historische Städte abgebaggert und als
Plattenbaukomplexe neu errichtet.

Das Camp soll ein Workshopprogramm (mit Übersetzung ins Englische)
beinhalten, Kunst & Kultur und eine Massenaktion gegen
Kohleinfrastruktur im Stil von Ende Gelände. Das Campgelände wird
voraussichtlich in unmittelbarer Nähe zu einer Grube liegen.

Organisatorin ist die Gruppe Limity jsme my (Die Grenzen [der
Kohleförderung] sind wir
“ – klingt vertraut?).

  • http://www.limityjsmemy.cz/