Broschüre zu CCS und Emissionshandel

In der Debatte um anthropogenen Klimawandel gibt es eine Faszination für Geoengineering-Projekte, da sie scheinbar kostengünstig eine technische Lösung für das Klimaproblem bieten, ohne dass Grundstrukturen unserer Gesellschaft in Frage gestellt werden müssen. Als eines der realistischeren Projekte, deren Umsetzung konsequent vorangetrieben wird, gilt Carbon Capture and Storage (CCS). Das Hauptargument, warum CCS abzulehnen ist, stellt die direkte Verknüpfung der Technologie mit der Energie-Produktion durch fossile Brennstoffe dar. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen hat uns den Klimawandel eingebrockt. Die Förderung von CCS gibt prinzipiell das falsche Signal. CCS verhindert den konsequenten Ausbau von erneuerbaren Energien.

Der Emissionshandel gaukelt eine weitere Lösung vor, nimmt dadurch jedoch den Handlungsdruck von allen Akteuren und ist ein Gegenargument gegen alternative Maßnahmen (ordnungspolitische oder steuerpolitische). Der Emissionshandel unterdrückt das Infragestellen unserer Wirtschaftsstrukturen, unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und der Fokussierung auf Wachstum. Durch die Privatisierung eines Gemeinguts werden Klimawandel und Klimaschutz in erster Linie zu Produkten des Finanzmarktes, die nach ihren Möglichkeiten zur Profitmaximierung und nicht nach ihren sozialen und ökologischen Effekten bewertet werden.

Die Emissionen der fossilen Brennstoffe kann man nicht sicher vergraben und sie werden durch den Handel an der Börse auch nicht weniger. Deshalb: Lasst die fossilen Brennstoffe wo sie sind – unter der Erde!

In der → Broschüre (pdf) werden die Themen CCS und die flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls verhandelt und kritisiert und die Auswirkungen des Emissionshandels konkret am dänischen Energieunternehmen DONG und der leipziger Energiebörse aufgezeigt.

Erstellt wurde die Broschüre von der Gruppe KlimaGerechtigkeit Leipzig. Treffen ist jeden zweiten Dienstag (an allen geraden Kalenderwochen) ab 19 Uhr im Liebknecht Haus, Braustraße 15.