Archiv für Januar 2011

Der Castortransport und die Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke bestimmten im Herbst 2010 zweifelsfrei die energiepolitische Agenda in Deutschland. Auch an anderer Stelle richtet sich die Politik an den Profitinteressen einiger weniger Konzerne aus: So zum Beispiel in der Lausitz. Dort will Vattenfall 2011 neben eines der weltweit klimaschädlichsten Kohlekraftwerke Deutschlands erstes CCS-Kraftwerk bauen. Statt auf den Klimakiller Braunkohle zu verzichten, soll das CO2 am Kraftwerk abgeschieden und an anderer Stelle in Brandenburg unterirdisch „endgelagert“ werden. Außerdem beabsichtigt Vattenfall, den geplanten Tagebau Jänschwalde-Nord zu erschließen – ein Vorhaben für das auch mehrere Dörfer den Baggern weichen müssten.

Die Idee: Mit einem Camp in Brandenburg wollen wir im Sommer 2011 auf diesen energie- und klimapolitischen Wahnsinn aufmerksam machen. Hierbei möchten wir an die Erfahrungen aus dem Wendland und den vielen Klimacamps weltweit anknüpfen und ein möglichst breites Spektrum an energie- und klimapolitisch aktiven Gruppen bei der Planung und Durchführung einbeziehen. Vernetzung, Diskussion und widerständige Praxis sollen ebenso fester Bestandteil des Camps sein wie die basisdemokratische und ressourcenschonende Organisation.

PROGRAMM zur Aktionskonferenz (pdf)

Für uns sind Kohle- und Atomkraft keine Alternativen, sie sind die zwei Seiten einer Medaille. Nicht die ökonomischen Interessen von Energiekonzernen, sondern ein sozial-ökologischer Umbau der Energieversorgung sowie eine Demokratisierung der Energiewirtschaft müssen für die Energiepolitik richtungsweisend sein. Mit der Aktionskonferenz möchten wir einen Rahmen schaffen, um diese Ideen gemeinsam mit Euch zu erörtern und weiterzuentwickeln. Kommt zahlreich!

Einladung zum Klima!Bewegungsnetzwerk-Treffen, 28. Januar, Berlin

Liebe Klima!Bewegte,

Ihr seid herzlich eingeladen zum nächsten TREFFEN des Klima!Bewegungsnetzwerk. Dies wird am Freitag, den 28. Januar 2010 ab 15.00 Uhr in Berlin stattfinden.

ORT: Blauer Salon in den Mehringhöfen (dort wo auch die Aktionskonferenz stattfinden wird)

Die Idee für dieses Treffen ist entstanden aus den Diskussionen um die möglichen (Klima-)Camps 2011. Die Aktionskonferenz, die am selben Wochenende in Berlin stattfinden und sich auch diesen Fragen widmen wird, wird voraussichtlich einen etwas größeren Charakter haben. Aus diesem Grund fanden wir es mit ein paar Leuten aus dem K!BN ganz gut, wenn wir uns vorher schon mal sehen können und etwas Zeit haben über das Netzwerk zu reden und als selbiges zu überlegen, was wir uns von der Konferenz erwarten.

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr es schafft Freitag schon früher nach Berlin zu kommen, so dass wir als K!BN gestärkt in die Aktionskonferenz und das nächste Jahr starten können.

Video-Doku zur Klima-Karawane erschienen

Eine Dokumentation zur Handel-Macht-Klima-Karawane im November/ Dezember 2009 von Genf nach Kopenhagen ist erschienen.
Erstellt von www.zwischenzeit-muenster.de

Weitere Trailer unter:
www.youtube.com/watch?v=vt_8eoQu1xA (english)
www.youtube.com/watch?v=ttkMYSKj0GU (spanish)
www.youtube.com/watch?v=zn_pdocLFAY (french)

Aktionskonferenz! Berlin, 28.-29. Januar 2011

2011 soll in der Lausitz ein Klimacamp stattfinden. Zur Vorbereitung gibt es eine Aktionskonferenz vom 28.-29. Januar 2011 in Berlin. Ausgerichtet wird die Konferenz von der Gruppe Gegenstrom Berlin.


Klimacamps finden jedes Jahr in vielen Ländern weltweit statt. Sie sind in der Regel basisdemokratisch und ressourcenschonend organisiert und geben Raum für Austausch, politische Aktionen und Vernetzung der Klimabewegung.

Auf der Aktionskonferenz soll beredet werden, was es braucht, um die Klimabewegung in Deutschland voranzubringen und wie dies durch ein Klimacamp in der Lausitz unterstützt werden kann. Neben strategischen Aspekten sind inhaltliche Diskussionen und Workshops vorgesehen. Weiter wird es darum gehen, erste konkrete Planungsschritte anzugehen.

Die Klimacamp-Aktionskonferenz findet vom 28.-29. Januar 2011 im Versammlungsraum der Mehringhöfe in Berlin (Kreuzberg) statt. Los geht es Freitag Abend um 19 Uhr.

Weitere Informationen …

Broschüre zu CCS und Emissionshandel

In der Debatte um anthropogenen Klimawandel gibt es eine Faszination für Geoengineering-Projekte, da sie scheinbar kostengünstig eine technische Lösung für das Klimaproblem bieten, ohne dass Grundstrukturen unserer Gesellschaft in Frage gestellt werden müssen. Als eines der realistischeren Projekte, deren Umsetzung konsequent vorangetrieben wird, gilt Carbon Capture and Storage (CCS). Das Hauptargument, warum CCS abzulehnen ist, stellt die direkte Verknüpfung der Technologie mit der Energie-Produktion durch fossile Brennstoffe dar. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen hat uns den Klimawandel eingebrockt. Die Förderung von CCS gibt prinzipiell das falsche Signal. CCS verhindert den konsequenten Ausbau von erneuerbaren Energien.

Der Emissionshandel gaukelt eine weitere Lösung vor, nimmt dadurch jedoch den Handlungsdruck von allen Akteuren und ist ein Gegenargument gegen alternative Maßnahmen (ordnungspolitische oder steuerpolitische). Der Emissionshandel unterdrückt das Infragestellen unserer Wirtschaftsstrukturen, unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und der Fokussierung auf Wachstum. Durch die Privatisierung eines Gemeinguts werden Klimawandel und Klimaschutz in erster Linie zu Produkten des Finanzmarktes, die nach ihren Möglichkeiten zur Profitmaximierung und nicht nach ihren sozialen und ökologischen Effekten bewertet werden.

Die Emissionen der fossilen Brennstoffe kann man nicht sicher vergraben und sie werden durch den Handel an der Börse auch nicht weniger. Deshalb: Lasst die fossilen Brennstoffe wo sie sind – unter der Erde!

In der → Broschüre (pdf) werden die Themen CCS und die flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls verhandelt und kritisiert und die Auswirkungen des Emissionshandels konkret am dänischen Energieunternehmen DONG und der leipziger Energiebörse aufgezeigt.

Erstellt wurde die Broschüre von der Gruppe KlimaGerechtigkeit Leipzig. Treffen ist jeden zweiten Dienstag (an allen geraden Kalenderwochen) ab 19 Uhr im Liebknecht Haus, Braustraße 15.